ORF -BÜRGERANWALT- mit Peter Resetarits -ChronischKrank klagt Krankenkassen

Obmann Mag. Jürgen E. HOLZINGER und unser Lipödem-RA Mag. Markus HAGER vertreten unsere Selbsthilfegruppe mit derzeit über 300 Lipödem-Patientinnen. Unser RA hat rund 50 Klagen bei den Krankenkassen österreichweit bisher eingebracht. Auch Betroffene kommen wieder zu Wort.

Wir stellen uns Vertretern des Hauptverbandes und der Kassen. Volksanwalt Dr. Günther Kräuter unterstützt unser Anliegen.

ORF Bürgeranwalt Sendung mit Dr. Peter Resetarits wurde am 28.5.16 auf ORF 2 ausgestrahlt. 

Im wesentlichen begründen die Kassen ihre Ablehnung damit, dass es sich bei dem Eingriff (Operation-lymphologische Liposkulptur) nicht um eine Krankenbehandlung im sozialversicherungsrechtlichen Sinn (= ausreichend, zweckmäßig sowie das Maß des Notwendigen nicht überschreitend) handelt, zumal die geplanten Maßnahmen keine etablierte Standardtherapie darstellen und im gegebenen Zusammenhang überdies auch kein patientenrelevanter Vorteil gegenüber herkömmlichen Therapieformen besteht.

Es gibt nun seit Oktober 2015 eine medizinische Lipödem Leitlinie S1 an der auch unsere Beiräte mitgearbeitet haben, an diese müssten sich alle Ärzte und auch die Kassen bei Behandlungsvorschreibungen halten um eine medizinisch nach dem Stand der Wissenschaft konforme Behandlung zu leisten.

Auf diese Leitlinie stützt sich auch unsere Begründung bei den Klagen, bei denen wir wie folgt argumentieren: Als erstes beschreiben wir die individuelle gesundheitliche Problematik der jeweiligen Betroffenen mit den Symptomen des Lipödems, nachfolgend erklären wir nach der Leitlinie, dass die Erkrankung mit Ernährung/Diät NICHT positiv beeinflussbar ist (wie z.B. ein Prim. vom Wilhelminen Spital – WGKK falsch argumentiert), ebenfalls ist sie NICHT durch körperliche Aktivität beseitigbar, da eine krankhafte Fettzellenvermehrung vorliegt.

Eine Verbesserung ist auch durch konservative Behandlungen (Kompressionsstrümpfe, Lymphdrainagen,…) nicht möglich, diese werden aber von den betroffenen Frauen über Wochen und Monate durchgeführt.

Wir verdeutlichen die täglichen massiven Einschränkungen und zeigen auf, dass die Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt wird.

Nach der Lipödem Leitline ist die lymphschonende Liposculptur eine etablierte und risikoarme operative Methode. Diese spezielle Behandlungsmethode wird aber von Vertragsärzten bis heute nicht (erfolgsversprechend) zur Verfügung gestellt. Es gibt aber einen Anspruch auf eine zweckmäßige und ausreichende Krankenbehandlung, dieser wird aber derzeit seitens der Kassen nicht nachgekommen. Die OP ist laut der Leitline nachhaltig, weil sie zu einer relevanten gesundheitlichen Besserung führt und gesamt betrachtet kostengünstiger ist und sie die ohnehin nicht wirksame konservative Behandlung (Lymphdrainagen, Kompressionsstrümpfe) unnötig macht.

Weiters machen wir nochmal klar, dass die Behandlung (OP) nach der Leitlinie medizinisch notwendig und zweckmäßig ist. Folgendes wird verbessert: Spontanschmerz, Druckschmerz, Ödem und Hämatomneigung, Therapiefreiheit betreffend konservativen Behandlungen, gesteigerte Mobilität, Wegfall des Zeitaufwandes für konservative Behandlungen, gesteigertes Selbstbewusstsein und Lebensqualität.

Eine medizinisch gleichwertige Behandlung der Erkrankung ist von einem Vertragsarzt derzeit nicht zu erhalten (kein Fachwissen zu der Leitline Lipödem), sodass ein Anspruch auf Übernahme der Kosten von den Kassen für die betroffenen Frauen gegeben ist.

Abschließend beschreiben wir individuell das konkrete Ergebnis der OP mit den Verbesserungen wie z.B.: keine Schmerzen mehr, Trockenekzem verschwunden, orthopädische Probleme stark gemindert, die Einschränkungen am Arbeitsplatz sind beseitigt, etc.

Unsere Forderungen:

  • Kostenübernahme der Krankenbehandlungskosten für konservative Therapie und Operationen bei privaten Fachärzten (Expertise vorhanden)
  • Eine medizinisch gleichwertige Behandlung der Erkrankung über Vertragsärzte der Kassen (derzeit keine Expertise vorhanden)
  • Krankengeldanspruch bei beschriebenen Behandlungen und Therapien
  • Sofortiges ärztliches sowie chefärztliches Handeln nach den bestehenden Leitlinien der AWMF und des österr. Hauptverbandes

Sehen Sie dazu auch unsere anderen Beiträge zur Thematik HIER.

Alle Infos und den ORF Beitrag sehen Sie in Kürze HIER. 

Am Foto von links: RA Mag. Markus Hager, Isabella Gebauer, Mari Bakac, Obmann Mag. Jürgen E. Holzinger, Volksanwalt Dr. Günther Kräuter, ORF Moderator Dr. Peter Resetarits;

ORF Bürgeranwalt Sendung mit Dr. Peter Resetarits vom 28.5.16.

 

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ORF2 HD 

 

 

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Hier zum Download: TIPS-Artikel_Klagen_gegen_Krankenkassen_bei_Lipödem_OPs

Geschrieben am: 16. Mai 2016
Author: Mag. Jürgen E. Holzinger
Schlagwörter:
Kategorien: Allgemeine Themen, TV-Beiträge mit ChronischKrank®

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