Rückenschmerzen im Berufsalltag – Ursachen, Auswirkungen, Prävention

Rückenschmerzen gelten in Österreich längst als Volkskrankheit Nummer eins und nehmen dementsprechend einen großen Teil in der Krankheitsstatistik ein. Vier von fünf Personen, insgesamt über zwei Millionen Menschen in Österreich, sind von Rücken-, Kreuz- und Nackenschmerzen betroffen. Bei rund 65 Prozent der Betroffenen entwickeln sich Rückenleiden zu einer chronischen Erkrankung. Die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf circa sechs Milliarden Euro pro Jahr. Um diesen negativen Auswirkungen entgegen zu gehen, sind präventive Maßnahmen, besonders in Form ergonomisch eingerichteter Arbeitsplätze vonnöten. Wenn der Rücken Qualen bereitet Zehn Tipps gegen Rückenschmerzen am Arbeitsplatz: – Bewegung – gezieltes Rückentraining – Schonhaltungen vermeiden – ergonomisches Mobiliar nutzen – Entlastung der Wirbelsäule und Bandscheiben (durch dynamische Bewegungsabläufe) – Wärmeanwendungen (Durchblutung der Muskulatur, Entspannung) – physiotherapeutische Massagen – Stressreduktion, denn: Psychische Belastungen wirken sich auch physisch aus. Beispiel: Verspannungen – Gewicht im Auge behalten. Übergewicht begünstigt Rückenschmerzen. – Sollten Eigenmaßnahmen fehlschlagen oder die Rückenschmerzen sich häufig äußern und zu länger andauernden, deutlich wahrnehmbaren Beeinträchtigungen führen – unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Aktive Maßnahmen sorgen für eine korrekte Haltung und das notwendige Maß an Bewegung. Zu diesem Zweck lassen sich kleine Übungen in den Job-Alltag einbinden. Diese helfen auch denen, die es nicht schaffen regelmäßig Sport zu treiben. Schon zehn Minuten bewirken Unterschiede. Zu den Top-Übungen zählt das aktive Strecken. Hierzu rückt der Betroffene ein Stück vom Schreibtisch ab und setzt sich nach vorne an die Kante des Stuhls aufrecht hin. Nun werden die Arme nach oben gestreckt und abwechselnd Richtung Decke bewegt. Die Rolle der Ergonomie am Arbeitsplatz Zu den häufigsten Gründen für (chronische) Rückenschmerzen zählt eine schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz. Um diese positiv umzukehren, bedarf es ergonomischem Sitzen und Stehen. Dies wird hauptsächlich durch verstellbare Bürostühle und Schreibtische, welche die korrekte Haltung unterstützen, ermöglicht. Eine Orientierung hierzu bieten die Richtlinien zur Arbeitsplatzgestaltung. Die mögliche individuelle Anpassung der Sitzmöbel ist die Basis der Rückenschonung. Regelmäßiges Aufstehen und Gehen sorgt für einen dynamischen Bewegungswechsel und ermöglicht eine Lockerung der Muskulatur. Eine Einteilung in sitzende und stehende Arbeitsphasen entlastet den Rücken und verhindert Schmerzen. Für die Einhaltung des Bewegungswechsels lohnt eine automatische Erinnerungsfunktion, alle 60 Minuten. Auch Sport kann in hohem Maße zur Prävention von Rückenschmerzen beitragen. Der Fokus sollte auf regelmäßigen Kraftsporteinheiten mit speziellem Rücken- und Bauchtraining liegen, welches insbesondere die Stützmuskulatur des Rückens stärkt. Entspannung und Stressabbau sind weitere positive Folgen. Der Kampf gegen Rückenleiden – ein langfristiger Prozess Um gegen Rückenschmerzen am Arbeitsplatz vorzugehen, bedarf es erstens: eines gesundheitsfördernden Arbeitsumfelds, Stichwort Ergonomie. Zweitens: selbstständiger Maßnahmen für die eigene Gesundheit. Hier geht es um langfristige Entwicklung zur Vermeidung aus Rückenleiden heraus entstehender Krankheitsfälle. Bereits ein Viertel aller Krankentage führt darauf zurück. Die Reduzierung der Kosten sowie die Steigerung der Zufriedenheit und damit Produktivität der Mitarbeiter sind die Ziele.

Foto KAISER+KRAFT 

Geschrieben am: 7. März 2016
Author: Mag. Jürgen E. Holzinger
Schlagwörter:
Kategorien: Allgemeine Themen

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