Berufsunfähigkeit – Reha- Ausbildungsgeld – Invaliditätspension 2014 bis 2018

Die Ziele der BU- und Invaliditätspensionsreform 2014 waren weniger Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionisten, eine Milliarde Euro mehr an Steuereinnahmen, späterer Pensionsantritt sowie rasche Wiedereingliederung ins Erwerbsleben.

Das Ergebnis der Reform in der Praxis auf die Betroffenen im staatlichen BU-System zeigt sich oft als zusätzliche schwerwiegende Belastung und nicht als Rehabilitation und Wiedereinstieg. Die Zahl der abgelehnten Anträge auf Reha ist seit 2014 massiv im Steigen, 2016 werden fast schon 65 % der Anträge abgelehnt.

Die Rehabilitationsdauer und die Umschulungen zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben dauern oft mehrere Jahre und müssen wiederholt werden, 2015 haben diese Maßnahmen bei rund der Hälfte der in Reha befindlichen Personen versagt. Fakt ist, dass Betroffene durch die massiven Sanktionsdrohungen mit der Mitwirkungspflicht, den oft unqualifizierten Begutachtungen der PVA und den falschen Rehamaßnahmen extrem unter Druck stehen und leiden.

Das Ziel wäre eigentlich, kranke Menschen rasch wieder ins Arbeitsleben einzugliedern und vor allem gesund zu machen. Im Moment sieht die Situation aber eher gegenteilig aus, derzeit quält man die Betroffenen und gefährdet deren Existenz. 18.546 Menschen bezogen im Jahr 2015 Rehageld, 3155 wurde das Rehabgeld wegen „Nichtmitwirkung“ entzogen. Wobei schon eine Nichteinnahme oder Infragestellung einer Medikation oder Therapie eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bedeuten kann. Oft entscheiden nicht qualifizierte Begutachter über einen Therapieplan, der aufgezwungen wird.

Wird ein Antrag auf Rehabilitation oder Umschulung aufgrund Krankheit abgelehnt, werden die Betroffenen an das AMS zurückverwiesen. Dort müssen sie sich „arbeitswillig“ erklären, ansonsten erhalten sie keine Geldleistungen vom AMS.

Aus der Praxis – Erster von fünf Teilen – Die Wiederbegutachtung 

Ich bin Tom, 45 Jahre alt, Familienvater und Bezieher der Berufsunfähigkeitspension, da ich unter Depressionen leide.
Am 14. 10. war es wieder so weit: Ich war von der PVA zu einer neurologisch-psychiatrischen Begutachtung bei einem Dr. W. in Linz geladen.
Wie immer hat diese Ladung einen neuen Schub verursacht. Die Ungewissheit, das Gefühl, einem wildfremden Menschen völlig ausgeliefert zu sein, Panik vor der Großstadt – da kommt Vieles zusammen.
Ich habe es geschafft, rechtzeitig beim Gutachter zu sein. Was ich dort erlebt habe, möchte ich hier in insgesamt fünf Berichten schildern:

Nachdem ich, wie immer überpünktlich, angekommen war, fand ich das Wartezimmer so überfüllt vor, dass ich keinen Sitzplatz finden konnte. Dr. W. empfand ich als unfreundlich und eiskalt. Auf seinem Schreibtisch lagen Riesenstapel an PVA-Dokumenten.
Nun, der Gutachter saß vor seinen Stapeln, das Gesicht hinter seinem Diktiergerät, blätterte in meinen Akten und riss dabei einfach Sätze aus dem Zusammenhang. Was er gelesen hat, hat er dann völlig verdreht in sein Diktiergerät gesprochen.
Dr. W. hat über die vorhandenen Gutachten nur abfällig gesprochen.
An mich richtete er nur ganz kurze Fragen, die er dann ohnehin mehr oder weniger selbst beantwortete.
Ich war so perplex, so eingeschüchtert und sprachlos, dass ich einfach nicht fähig war, in das merkwürdige Geschehen einzugreifen.
Ich habe sogar vergessen, das Formular für die Fahrtkosten ausfüllen zu lassen, obwohl meine Finanzlage so etwas einfach nicht zulässt…
Der ganze Spuk dauerte circa 10 Minuten, dann wurde ich hinauskomplimentiert.
War das jetzt einer der berühmten Gutachter mit Genieblick? Oder einer der Wunderheiler, deren Praxis man nach 10 Minuten gesund verlässt?
Nein, also gesund hab‘ ich mich nicht gefühlt – ganz im Gegenteil.

Dass die Pensionsversicherung kategorische Ablehnungen vornimmt, zeige laut dem Verein „Chronisch krank“ die Tatsache, dass die Hälfte aller Verfahren für die Antragsteller gewonnen werde. Das bedeutet: „50% der negativen PVA-Gutachten sind schlichtweg falsch!

Dass so eine „Begutachtung“ kein vernünftiges Ergebnis hervorbringen kann, war mir sofort klar. Naja, erst einmal wieder ein Zusammenbruch, aus dem mir dann die Wut herausgeholfen hat.
Also habe ich das „Gutachten“, nach zwei schlaflosen Nächten, am 16. 10. per E-Mail von der PVA angefordert, da hat man ja ein Recht dazu….

Was ich dann bekommen habe, war nicht das „Gutachten“, sondern am 20. 10. eine Einladung zu einer weiteren Untersuchung in der PVA:
„Aufgrund der neurologisch-psychiatrischen Begutachtung (Was für eine Begutachtung, verdammt nochmal?) hat sich die Notwendigkeit der Durchführung einer psychodiagnostischen Untersuchung ergeben.“

Am 24. 10. nach der Schockstarre ein Anruf bei der PVA:
Auf die Frage nach dem Gutachten, wurde mir erklärt, es sei noch nicht verfügbar und nicht im System. Merkwürdig, nachdem sich die PVA bei ihrer Ladung ja genau auf dieses Gutachten bezogen hatte… Ich bekomme das Gutachten so schnell als möglich zugesendet, war das Versprechen.

Auf die Frage, warum ich nach dieser „Begutachtung“ noch eine Untersuchung brauche, war die Antwort: „Beschluss der Kommission“.

“Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.” (Bertolt Brecht)

Weiter im zweiten Teil

Ein Einblick in die Thematik Berufsunfähigkeit. Wie rasch es einen selbst betreffen kann. Und wie unerbittlich, teils auch unmenschlich das „System“ zuschlagen kann. Ein Fachbeitrag in fünf Akten von Mag. Jürgen Ephraim Holzinger, Obmann des Vereins ChronischKrank® Österreich.
Statistiken werden aufgrund von politischen Versprechen geschönt. Das Sozialministerium gibt aus, dass das Pensionsantrittsalter 2016 gestiegen ist und es weniger BU-PensionistInnen gibt …

In Wirklichkeit hat das Ministerium einfach die Personen, die derzeit Rehageld beziehen, aus der PensionistInnenstatistik herausgenommen, da diese ja nun von der Krankenversicherung ihr Rehageld erhalten und somit nicht mehr als PensionistInnen gelten! Sie erhalten also nicht mehr wie vor der Reform 2014 ihr Geld direkt vom Pensionsversicherungsträger. Mit dieser Schönung der Statistik hat man das politische Ziel „erreicht“, das Pensionsantrittsalter ist scheinbar gestiegen …

Die Pensionsversicherung bezahlt dem Krankenversicherer jedoch das an die Versicherten ausbezahlte Rehageld zurück. Somit hat sich also nur die Statistik geändert, nicht aber die auszahlende Stelle und nicht die Zahl der BU-Betroffenen. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Die Zahl der BU-Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr weiter an! 2015 waren über 18.500 Personen im Rehageldbezug, also berufsunfähig. Und das Pensionsantrittsalter ist nicht gestiegen, sondern gegenüber 2015 sogar auf 59,9 Jahre leicht gesunken!

Fakt ist, dass das zuständige Sozialministerium im Rahmen des letzten Pensionsgipfels 2016 massiven Handlungsbedarf im Wiederherstellungsprozess der Berufsunfähigen zugegeben hat. Durch die unruhige politische Lage lässt die Reform der Reform aber weiter auf sich warten …

Aus der Praxis / Teil 2 von 5
Meine Intervention bei der PVA und meine Verwunderung
(Ich bin Tom, 45 Jahre alt, Familienvater und Bezieher einer Berufsunfähigkeitspension, da ich unter Depressionen leide.)

Nachdem am 8.11. das dubiose Gutachten immer noch nicht aufgetaucht war, habe ich einen eingeschriebenen Brief geschickt.

So, die psychodiagnostische Untersuchung war dann am 16.11. Für mich ein Riesenaufwand, sowohl zeitlich, als auch psychisch. Zugfahrt, überfüllter Bahnhof, Großstadt – das ist für jemanden, der das Haus kaum verlässt, eine Tortur.

Die sogenannte psychodiagnostische Untersuchung sah so aus: Ich wurde vor einen PC gesetzt und musste etliche Male dasselbe Spiel spielen. Eine Strecke nachfahren – grüne Taste links, rote Taste rechts. Ein Computerspiel für Vorschulkinder? Danach eine halbe Stunde warten und dann sollte ich erzählen, wie es beim Gutachter war. Keine Frage über mein Befinden.

War der merkwürdige Test nur dazu da, um dem Gutachten von Dr. W. den Anschein von Professionalität zu geben? Bin ich selbst schuld, weil ich gleich Misstrauen gezeigt habe? Ich bin verunsichert.

Ja, es ist der 16.11. Am Ende des Monats läuft die Pension aus und ich habe immer noch keine Ahnung, was mit mir passiert. Die Situation ist unerträglich. Total ausgeliefert an Personen, die keine Ahnung von mir haben. Die Schreiben derer, die mich und meine Krankheit seit Jahren begleiten, haben scheinbar gar keinen Wert.

18.11., ein Schreiben von der PVA:
„Das Gutachten von Dr. W. wird erst nach Durchführung der psychodiagnostischen Untersuchung erstellt.“ Aha, die PVA bestellt ein Gutachten bei einem Arzt. Der bestellt dann ein Gutachten von der PVA, um ein Gutachten schreiben zu können. Irgendwas ist da merkwürdig …

Mal die Homepage von Dr. W. besucht. Dort steht: „Gutachterliche Tätigkeit als gerichtlich beeideter Sachverständiger und für die Pensionsversicherungsanstalt sowie BBRZ.“

Ja, sowas habe ich mir schon gedacht. Also scheinbar kein unabhängiger Gutachter. Gutachter erhalten ihre Zertifizierung von einem Verein der PVA (ÖBAK), erhalten ihre Aufträge und ihren Lohn von der PVA … – was soll man davon halten? Und ich frage mich: „Wie kann man es schaffen, als Gutachter für PVA, BBRZ und Gericht zu arbeiten und gleichzeitig eine Praxis zu betreiben und Oberarzt an einer Klinik zu sein?“ Nebenbei ist der Herr scheinbar auch noch als Referent unterwegs. Leidet da nicht die Qualität der Arbeit darunter?

„Erstellt ein Arzt neben seiner Haupttätigkeit noch zehn oder mehr Gutachten pro Monat, müssen diese zwangsläufig oberflächlich und auf dem Niveau von Willkürentscheidungen bleiben.“
(Andreas Broocks, Professor an den Helios-Kliniken Schwerin)

Und wenn Herr Dr. W. als Gutachter für PVA und Gericht arbeitet – hat sich da bei Gericht noch niemand Gedanken wegen Befangenheit gemacht?

Nur mehr 12 Tage bis zum Auslaufen der Pension. Immer noch nicht klar, ob ich zum Gericht muss, ob ich um Pensionsvorschuss ansuchen muss, wie es weitergeht …

Der höchst aktuelle Rechnungshofbericht über die Probleme bei der Invaliditätspensionsreform wurde nun veröffentlicht.

„Die „Invaliditätspension Neu“ sollte das Budget 2014 bis 2018 um rd. 648,62 Mio. EUR entlasten, bereits 2015 sollten etwa 4.000 Personen in medizinischer Rehabilitation und rd. 2.500 in beruflicher Rehabilitation betreut werden. Wie der RH-Bericht zur „Invaliditätspension Neu“ nun aber feststellte, waren im Jahr 2015 fast 19.000 Personen im Rehabilitationsgeld und weniger als 200 Personen in beruflicher Rehabilitation. Nach einer Hochrechnung des RH verursachen die etwas höhere Geldleistung und der zusätzliche Betreuungsaufwand – ohne Gegensteuerungsmaßnahmen – statt den erwarteten Einsparungen einen Mehraufwand von rd. 100 Mio. bis 200 Mio. EUR bis 2018.“ (RH 7.7.17)

Wie stellt sich nun das Ergebnis dieser Reform in der Praxis für Berufsunfähige da? Oftmals eine zusätzliche schwerwiegende Belastung der Betroffenen sowie keine ausreichende medizinische Rehabilitation oder ein beruflicher Wiedereinstieg! Hohe Verluste von Steuergeldern sind ebenso nun auch vom Rechnungshof bestätigt!

( RH-Bericht zum Download http://chronischkrank.at/2017/rehageld-co-das-system-versagt-holzinger-juergen-im-orf-report-interview/ )

Aus der Praxis / Teil 3 von 5

Meine Intervention bei der PVA und die Verwunderung

Wie mir gesagt wurde, haben der Chefarzt der PVA und der Gutachter meinen Fall besprochen und entschieden, mich noch länger zu quälen, bzw. diesen merkwürdigen Test anzuordnen. Genau das ist ein so erbärmliches Zeichen dieser Zeit. Es wird von den Mächtigen nicht mehr mit den Leuten gesprochen, sondern nur mehr über sie. Über die allgemeine Verbitterung wird sich dann gewundert. Ich halte das nicht für sehr intelligent.

Am 29. 08. habe ich den Antrag auf Weitergewährung der Berufsunfähigkeitspension verschickt. Heute ist der 21. 11. Jetzt sind es bald 3 Monate der Ungewissheit, der Angst und dem Gefühl der absoluten Hilflosigkeit. Warten mit dem Rücken zur Wand… Ausgeliefert einem unmenschlichen, undurchschaubaren Apparat.

  1. 11. Warte immer noch auf Post von der PVA. Lausche immer nach dem Postauto. Mein Magen rebelliert und die Nächte sind der Horror… Ich habe eben bei der PVA angerufen: Der Befund ist immer noch nicht fertig. Es kann noch 1-3 Wochen dauern! Die Pension läuft aber in 1 Woche aus. Ich halte das nicht mehr aus.
  2. 11.: 1. Advent. In der Vorweihnachtszeit (und auch danach) ist es natürlich besonders schwer, Fristen einzuhalten, und einen guten Anwalt zu bekommen. Für mich kommt dazu, dass ich den ganzen Rummel gar nicht aushalten kann und mich verkriechen will. Super Gutachter: Wenige Minuten für die Begutachtung, aber eine Ewigkeit für das Gutachten brauchen… Ob das Methode hat?

Für den Pensionswerber ist es kein Routinevorgang. Er hat nicht hundert Akten, sondern nur ein Leben. Und das wird durch willkürliche und ungerechte Behandlung in Verfahren vor der PVA und dem Sozialgericht schwerstens beeinträchtigt und dauerhaft geschädigt.

(Aus der Broschüre „Ärgernis Pensionsverfahren„)

Was will die PVA erreichen mit dieser Quälerei?
Glaubt die PVA wirklich, man lebt freiwillig am Existenzminimum, oder darunter?
Denkt die PVA, ich schlucke das ganze Chemiezeugs mit Nebenwirkungen, damit ich dann in Armut leben darf?
Meinen die, die weitaus geringere Lebenserwartung von Beziehern der Berufsunfähigkeitspension, ist freiwillig gewählt?

Die Berufsunfähigkeitspension ist alles andere, als ein Vergnügen, das man sich aussucht, und hat mit „sozialer Hängematte“ rein gar nichts zu tun.
Liebe Damen und Herren in Euren Glaspalästen: Was bezweckt Ihr wirklich mit dieser Schikane? Wollt ihr PensionsbezieherInnen mit Absicht in den Selbstmord treiben?

Vierter Teil

Baustelle Reha- & Ausbildungsgeld, Regierungsbildung und die Zukunft Berufsunfähiger

Nach meinem ernüchternden Besuch im Sozialministerium beim zuständigen Sektionschef Dr. Sommer ist klar, dass es kein Praxiswissen der Beamten im Ministerium gibt.

Schockierend war die Aussage des hohen Beamten, dass es seiner Meinung nach noch viel mehr Druck und Sanktionen gegen „unwillige Berufstätige“ (Berufsunfähige) geben sollte.

Nun ist abzuwarten, welche politische Gesinnung das zuständige Sozialministerium die nächsten Jahre führen und somit auch entscheidend die Zukunft Berufsunfähiger beeinflussen wird.

Unser Verein ChronischKrank wird jedenfalls wie in den letzten Jahren auch dem neuen Sozialminister die Missstände und Problemfelder der BU-I-Pensionsreform von 2014 eindrücklich vor Augen führen und Verbesserungen einfordern.

Aus der Praxis / Teil 4 von 5

Das System schlägt unerbittlich zu

Heute ist der 30. 11. und ich musste auf das Arbeitsamt. Es war immer noch kein Bescheid da! Ich bin krank, wie immer, wenn der psychische Druck zu stark wird. Also musste ich diese Erledigung mit dem Taxi machen. Was ich auf dem AMS erfahren habe, schlägt dem Fass den Boden aus und erklärt auch die ewige Wartezeit bei der PVA: Der Vermittlungsschutz gilt nur 3 Monate. Danach werde ich wie jeder andere Arbeitslose behandelt und vermittelt. Wenn ich jetzt also Klage gegen die PVA einreichen muss, muss ich gleichzeitig dem AMS als arbeitsfähig zur Verfügung stehen. Ein klarer Widerspruch. Will ich nicht mit meiner Familie verhungern oder auf der Straße stehen, dann muss ich behaupten, ich sei arbeitsfähig. Damit habe ich aber kein Recht mehr auf die Berufsunfähigkeitspension.

Sage ich aber die Wahrheit, nämlich, dass ich nicht arbeitsfähig bin, dann verliere ich alle meine Bezüge. Ja ich bin psychisch krank und habe Depressionen. Was aber sind dann diese Leute, die sich solche menschenverachtenden, perversen Gesetze ausgedacht haben? Das sind die wirklich kranken Gehirne!

Eben war der Briefträger da. Ein Schreiben von der PVA! Mir hat das Herz bis zum Hals geklopft! Das Schreiben war ein Fragebogen zur Ausgleichszulage… Ein zehnseitiger Fragebogen, und eine Frist von 2 Wochen. Wollen die mich wirklich nur mehr verarschen?

Parteipolitisch ist die PVA fest in roter und schwarzer Hand. In der Hand einer sozialen Partei, die nicht sozial ist und einer christlichen Partei, die nicht christlich ist. Als Handlanger agieren Ärzte, die Menschen krankmachen, Ärzte, die Patienten von vornherein als Feind betrachten…

  1. 12. und immer noch kein Bescheid. Ich denke, der Psychoterror hat Methode. Laut telefonischer Auskunft, liegt mein Akt noch beim Leistungsausschuss. Es ist kaum mehr auszuhalten und ich überlege mich einweisen zu lassen…
  2. 12. Noch immer kein Bescheid, aber telefonische Aufklärung: „Es schaut nicht gut aus“. Naja, nach so einer „Begutachtung habe ich mir das schon gedacht. Wenn man ein Wenig recherchiert, erfährt man nichts Gutes… Heute, nach dem „Weihnachtsschock“ habe ich keine Lust mehr, mich damit zu beschäftigen.

23.12. Ja, die Weihnachtszeit ist auch die Zeit für Märchen. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch das Gutachten mittlerweile bekommen. Unglaublich, dass sich ein studierter Mann so etwas auszustellen getraut. Ich werde das „Gutachten“ auf strafrechtliche Relevanz hin untersuchen lassen.

Fünfter Teil

Massive Armutsgefährdung für chronisch Kranke, die arbeitsunfähig sind

Die Regierung plant, die Notstandshilfe, die derzeit gilt, wenn das Arbeitslosengeld ausläuft, abzuschaffen. Künftig soll es nur mehr Mindestsicherung geben. Offen ist, ob mit oder ohne Zugriff aufs Vermögen.

Aufgrund der hohen staatlichen Ablehnungsrate bei Berufsunfähigkeitsanträgen von über 60% ist eine massive Armutsgefährdung für Kranke, die arbeitsunfähig sind, zu befürchten. Der Grund ist, dass bei Ablehnung für Arbeitsunfähige oft nur mehr der Weg in den Notstand bleibt. So rutschen immer mehr Betroffene in den Notstand.

Der Bund würde mit der Abschaffung des Notstandes berufsunfähige chronisch Kranke in die Mindestsicherung und somit in die Armut treiben. Arbeitsunfähige sind zu zwei Drittel über 50 Jahre alt und haben sich natürlich bereits ein wenig Eigentum erarbeitet. Die Länder, die für die Mindestsicherung zuständig sind, würden dann aber auf dieses selbstverdiente Vermögen zugreifen können. Der Bund schiebt den finanziellen Aufwand des Notstandes, den bisher der Bund selbst tragen musste, auf die Bundesländer ab, somit müssten die Länder die vollen Kosten tragen.

Über 60.000 Menschen, die auf das staatliche System angewiesen sind, könnten in Österreich davon betroffen sein.

Im Laufe des Jahres soll ein detailliertes Konzept der Bundesregierung folgen, dann wird klar sein, ob und in welcher Intensität Berufsunfähige unter dieser Änderung finanziell leiden müssen.

Aus der Praxis / 5. und letzter Teil

So, in wenigen Stunden beginnt das neue Jahr. Ein Jahr mit Gerichtsverfahren, ein Jahr mit neuen Gutachtern, ein Jahr, weit unter dem Existenzminimum, ein Jahr ohne Urlaub, ein Jahr der Demütigung ein Jahr mit wenig Chancen auf Besserung meines Zustands, ein Jahr beim AMS, ein Jahr mit großen Schwierigkeiten… All das, weil ein PVA-Gutachter nicht richtig lesen kann? Dr. W. hat zwar die anderen Befunde und Gutachten brav aufgeführt, aber auch mit unglaublicher Phantasie gegen mich umgedeutet. Manche Menschen haben nur deshalb ein reines Gewissen, weil sie es nie benutzen…

Wir haben den 3. Jänner. Meine Lage wird immer besch… Es fühlt sich an, als hätte ich eine Schlinge um den Hals, die langsam immer fester gezogen wird: Um überhaupt eine geringe Chance zum Überleben zu haben, musste ich beim AMS Notstandshilfe beantragen. (Pensionsvorschuss wurde ja abgeschafft).

Die Notstandshilfe beträgt ungefähr die Hälfte des Betrags, den ich vorher als Mindestpension erhalten habe. Allerdings erhält man vom AMS ja nur Zahlungen, wenn man arbeitsfähig ist. So zwingt mich der Staat jetzt zur Lüge! Ich werde gegen den Bescheid der PVA klagen und muss dort beweisen, dass ich NICHT arbeitsfähig bin. Für das AMS muss ich behaupten, ich sei arbeitsfähig…
Was meine Lage noch aussichtsloser macht: Ich bin durch meine lange Krankheit von der GKK ausgesteuert. Das bedeutet: Wenn sich durch diese ganzen Schwierigkeiten, wie zu erwarten, mein Zustand so verschlechtert, dass ich in den Krankenstand gehen MUSS, dann erhalten meine Familie und ich keinen Cent!
Bedarfsorientierte Mindestsicherung kommt für mich auch nicht in Frage, da ich in einem eigenen Bungalow wohne, und das Amt sich dann in das Grundbuch schreiben würde. Ich lebe in dem Haus mit Frau und 3 Kindern. Damit wäre dann auch die Zukunft unserer Kinder gefährdet.
Wie kann es immer noch sein, dass durch ein Falschgutachten Existenzen zerstört werden?
Der Politik sind diese Missstände bekannt. Warum wird NICHTS dagegen unternommen?
Will die PVA Menschen mit Absicht in den Ruin treiben?

Immer mehr Betroffene werden von Gutachtern der PVA oder der Gerichte gedemütigt, weil AmtsärztInnen und GerichtsgutachterInnen durch ärztliche Befunde und Gutachten belegte Krankheiten einfach ignorieren oder „kleinschreiben“, um im Auftrag der Politik mit aller Gewalt die Pensionsquote zu senken. Selbst dann, wenn für Laien erkennbar ist, dass diese Menschen so krank sind, dass sie nie und nimmer einer Lohnarbeit nachgehen können.
Im „Kompetenzzentrum Invaliditätspension“ der PVA werden Gutachter im Modul „Wie erkenne ich Gefälligkeitsgutachten“ sogar darauf getrimmt, den normalen Ärzten und Gesundheitseinrichtungen zu misstrauen. Sie dienen nicht den PatientInnen, sondern der Staatsräson und den Wirtschaftsinteressen und missachten so die klassische MedizinierInnenethik. (
aktive-arbeitslose.at)

Kontakt: 
Verein ChronischKrank® Österreich, Kirchenplatz 3, 4470 Enns, ZVR 865474223
Web: http://chronischkrank.at/vortraege-von-obmann-juergen-e-holzinger/

Link-Tipp:
http://chronischkrank.at/category/ip-bu-neu-fuer-alle-die-reform-der-invaliditaetspension/

Autor: Mag. Jürgen Ephraim Holzinger, Obmann des Vereins ChronischKrank® Österreich j.holzinger@chronischkrank.at 

 

Rehageld – Ausbildungsgeld NEU

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Geschrieben am: 7. November 2016
Author: Mag. Jürgen E. Holzinger
Schlagwörter:
Kategorien: IP und BU Neu für Alle Die Reform der Invaliditätspension

24 Kommentare zu “Berufsunfähigkeit – Reha- Ausbildungsgeld – Invaliditätspension 2014 bis 2018

  • Hi zusammen!
    Mich haben sie auch von der Invaliditätspension Gekündigte! Ich habe Morbus Crohn und einen Gehirntumor (Astrozytom Grad 3) Mir wurde am 24.12.1997 ein Stück Dünndarm entfernt (ca. 110 cm) und seit sommer 2007 einen Gehirntumor irreparabel ( links Sprachzentrum). Bin zur Zeit beim AMS gemeldet! Die Verhandlung war ein Witz , ich bin nicht einmal gefragt worden und die Sache war in Zehn Minuten vorbei!Sie haben mir 7 Monate die Pension Rückvergütet! Das ist ein Witz!!!!
    Bin 45 Jahre
    LG Thomas

  • Th.J. sagt:

    Anlässlich des heuer von Bundeskanzler Kern ausgerufenen „Pensionshunderter“ habe ich als ehemaliger I-Pensionist, der ebenfalls durch den damaligen SPÖ „SOZIAL“-Minister Hundtstorfer 2013/14 auf medizinischen befristeten Rehabilitanten umgestellt wurde, bei der Volksanwaltschaft angefragt, ob dieser Pensionshunderter und die jährlichen Pensionserhöhungen eigentlich auch uns ehemalige I-Pensionisten die auf Rehabilitanten umgestellt wurden, betrifft. Die Volksanwaltschaft antwortete, daß diese Gruppe der Rehabilitanten (die neuen Rehabilitanten sowieso nicht) nicht von den ganzen Pensionserhöhungen oder Zusatzzahlungen betroffen sind, da sie rechtlich als Krankenständler gelten und das dieser Mißstand seit 2014 jedes Jahr im Jahresbericht der Volksanwaltschaft an das Parlament lautstark kritisiert wird und eine Änderung gefordert wird, da es dem Verschlechterungsverbotsgrundsatz widerspricht und dementsprechend verfassungswidrig ist.
    Das Parlament reagiert jedoch nie darauf, es kommt nicht einmal eine Antwort, das Beschwerdeschreiben der Volksanwaltschaft wird seit 2014 jährlich permanent schlichtweg vollkommen ignoriert. Die Volksanwaltschaft meinte auf meine Frage des Gerichtsweges, daß sie als Volksanwaltschaft nicht „als Erstklagende“ dagegen vorgehen können, sondern nur klagen können, wenn ein regulärer Anwalt samt Klient erfolglos bleibt. Zuständig wäre jedenfalls der Verfassungsgerichtshof. Wäre es daher nicht erstrebenswert, eine Sammelklage zu diesem Mißstand zu starten ? Die Anzahl der ehemaligen I-Pensionisten, die nun befristete Rehabilitanten sind, ist ja sehr groß und ich denke, jeder würde bei so einer Sammelklage mitmachen. Aufgrund der Anzahl wäre so eine Klage doch immens Werbewirksam für chronischkrank.at, denke ich.

  • Ing. Martin Payha sagt:

    Hallo zusammen. Mir haben sie nachdem ich seit 22 Jahren an Panikattacken, einer gemeralisierten Angststörung, Benzodiazepamabhängigkeit und schlimmsten Depressionen und bis vor 5 Jahren noch gearbeitet habe, jetzt nach 4 Jahren die Rehapension gestrichen. Dazu ist zu sagen, dass ich in der Zwischenzeit 2x in einer psychiatrischen Klinik war, einen Schlaganfall mit resultierender Epilepsie, einen Selbstmordversuch und zu guter Letzt noch alle 2 Wochen in die Wirbelsäule gespritzt werden muss ( hier steckt ein Sequestor tangential beim Rückenmark, nach einem Sturz ) um überhaupt vor lauter Schmerzen gehen zu können. Ach ja bevor ich es vergesse; dazu kommen noch ca 20Krankenhausbesuche in der Notaufnahme im Kh Hietzing im Jahr und insgesamt ca 9 Tabletten mehr am Tag. Und da sagt der Gutachter mein Gesundheitszustand hätte sich kalkülsrelevant soweit gebessert……blablabla. So gehts einem fast 50 jährigem nach 25 Versicherungsjahren. Momentan befind ich mich im freien Fall kurz bevor dem Aufschlag dank eines Gutachters.

    • Karl Heschl sagt:

      Das kenne ich mir gehts im Moment auch so !!

    • Emanuel C sagt:

      Hallo Martin,

      ich hoffe dir geht es bald besser ! Ich werde für dich beten 🙂
      Nur Jesus kann retten und Wunder tun, er liebt dich.

      LG Emanuel

    • Sandra sagt:

      Hallo, ja mir ging es ähnlich ich leide daran seit 37 Jahren…genauso haben sie es bei mir auch formuliert…ich drücke uns die Daumen das die Politik da endlich etwas macht das kann ja nicht so weitergehen…die machen uns nur noch Depressiver und drängen uns in die Panik als uns zu helfen.

  • Karl Heschl sagt:

    Hallo an ALLE Betroffenen
    Ich heiße Karl und komme aus der Ost-Steiermark und wohne jetzt in Hainburg an der Donau. Ich bin jetzt 52. Jahre alt und habe im Jahre 2014 das erste mal I – Pension bekommen ! Krankheitshalber ( Erschöpfungssyndrom, schwere Depression, Burnout ), danach wurde es leider in das Reha-Geld umgewandelt! ! Nach 2. Jahren wurde mir zugesichert hätte ich die Chance wieder die I-Pension / Pension zu erhalten.
    Im Jahre 2016 bin ich aus privaten Gründen nach Niederösterreich übersiedelt. Da musste ich dann nach Sankt Pölten zur PVA und was von da an abging spottet jeder Beschreibung ! Es begann reiner Psychoterror ( Gutachter usw. ) Durch diese Situation wurde ich auch sehr krank ! Ich begann mich zu verkrampfen und dadurch wurde meine Wirbelsäule geschädigt ( Bandscheiben Vorfall, 2- 3 Wirbel wurden instabil , Ärztlicher Befund AKH Wien ) Bin jetzt in Behandlung, inzwischen wurde mir der Gerichtstermin ( Berufung ) für das Zivilgericht Korneuburg zu geschickt auch die Gutachten waren dabei und was soll ich sagen , es gibt keine wirkliche Menschlichkeit ! Im Moment bin ich sehr ratlos wie es weiter gehen wird !! Ich bin psychisch sehr angeschlagen , auch mein Arzt kann sich diese Vorgehensweise der Behörden nicht erklären.
    Es ist wirklich bestürzend, bis zu Beginn meiner Krankheit hab ich fast 30. Jahre durchgehend gearbeitet ( vom 15. Lebensjahr bist zum 44. Lebensjahr ) !
    Es ist unglaublich wie wenig der Mensch dann zählt
    Karl

  • Mario sagt:

    Hallo ich bin von 2012-2014 in Invaliditätspension gewesen, mit 1.September 2014 Rehageld, bis heute, ich hatte am 16.10.2018 wieder eine Untersuchung bei der PVA, am 25.10.2018 Bescheid bekommen von der PVA, dass ich jetzt nochmals zu einer Nachuntersuchung muss am 8.11.2018. Habe eine Psychodiagnostische Untersuchung bei der wird meine Leistungsfähigkeit in verschiedenen Teilbereichen, wie z.B. Konzentration, Merkfähigkeit, Reaktion, Belastbarkeit, etc., festgestellt, diese dauert 3 Stunden, Stress pur ich geh schon so nicht mal außer Haus, eine reine tatur ist das! Man kommt nie zu Ruhe. Natürlich arbeitet diese Dame wo ich hin muss für die PVA und ich ahne wirklich nichts gutes!!! Es ist schon ein Zeichen das sie mich wieder zurück zum AMS schicken wollen und mein Gefühl sagt mir das auch, reine Show und viel Aufwand für nichts, ich hab natürlich auch bei der PVA angerufen warum und was! Weil ich schon seit 6 Jahren bei der PVA bin und mein Akt wurde gelöscht und dieser Akt jetzt bei der PVA in Klagenfurt liegt beim Chefarzt, so wurde es mir am Telefon gesagt, ich bin schon sehr angespannt und verzweifelt weil man nicht weiß wie es weiter geht,hat jemand erfahrung damit? Mfg

  • Wolfgang sagt:

    Also mir geht es genau wie Herrn Karl, bin von Linz nach NÖ gezogen und musste zur Nachuntersuchung zur PVA St. Pölten.
    Diese Untersuchung war eine Frechheit sondergleichen, die Neurologin war extrem unfreundlich hat mich nichts sagen lassen, das Wort wurde mir abgeschnitten. Ich musste mit den Fingern zur Nase fahren und die Reflexe an den Knien wurden untersucht auch auf Ferse-Zehenspitzen gehen musste ich das ich aber wegen den starken Senkfüßen nicht konnte. das war es nach 10 Min. und auf das hinauf wird einen alles genommen.
    Nach 6 Jahren befr.IP und 4 Reha Jahren wurde mir somit alles entzogen, es liege keine Invalidität vor. Habe von 2 Fachärzten(Psych. Neurologie) bestätigt das keine Arbeitsfähigkeit mehr absehbar ist, aber das wird alles nicht beachtet. Nun läuft die Klage, die Untersuchungstermine bei Psychologin und Orthopäde waren kurz hintereinander und jetzt nach 2 Monaten fällt denen noch ein das man ein Arbeitspsychologisches Gutachten noch benötigt. Also wieder einen sinnlosen 3 Stunden Test den sich die Ärzte sowieso so zurecht legen damit es für einen nicht gut aussieht. Ich glaube auch das gerade in St. Pölten alle Gutachter für die PVA arbeiten, das macht einfach schon der Eindruck das alle so neben der PVA ihre Praxis haben.
    Meine Verschlechterung von 5 auf 16 Bandscheibenvorfälle hat den Orthopäden nicht besonders beeindruckt, die Befunde hat er schön zusammen gelegt, nicht kopiert, zurück gegeben.
    Ich werde Psychisch immer mehr geschädigt und weis bald keinen Ausweg mehr auf dieser ungerechten Welt.
    Die Rechtsanwälte die für die Arbeiterkammer arbeiten, traue ich nicht, denn richtig einsetzten wollen sie sich nicht.
    Sogar beim AMS sagten sie nach durchsicht meiner Befunde, das sie nicht wissen was sie mit mir tun sollten, wenn die Klage nicht gut geht.
    Das ganze haben wir erstens mal den Minister Hundstorfer zu verdanken und das es jeden Arbeiter und uns Kranken hier jetzt immer weiter schlechter gehen wird, das haben wir unserer neuen Regierung mit den 2 Blau-Schwarzen Trotteln zu verdanken. Wählen geh ich nicht mehr, weil ich nicht mehr weis wem.

  • Claudia sagt:

    Hallo! Ich möchte hier auch kurz einen Beitrag schreiben und mein Erfahrungsbericht mit Ihnen teilen weil ich das System – wie wohl viele hier- als ungerecht empfinde. Meine Schwester (7 Jahre jünger) und ich haben die selbe Erkrankung (wirklich identisch), nur dass sie in Wien lebt und ich in OÖ. Ich bin um einiges älter und wir sind seit Jahren krank. Meine Schwester wurde (obwohl erst 37!) in die Berufsunfähigkeitspension geschickt und ich zittere jedes Jahr um die Verlängerung meines Reha-Geldes. Nun wird sie diesmal abgelehnt, wurde mir bei der PVA schon mitgeteilt. Ich will nicht klagen, weiß aber, dass ich es nicht schaffen werde berufstätig zu sein. Arbeitslos? Bin arbeitswillig aber nicht arbeitsfähig, kein Dienstgeber wird mich einstellen, jetzt werde ich als Arbeitslose auf das Verständnis meiner Betreuerin hoffen und diverse Kurse über mich ergehen lassen müssen (habe ein abgeschlossenes Studium) und benötige keine EDV-Kurse etc. Was ich weiters nicht verstehe, dass die Entscheidungen anscheinend vom Bundesland, Gutachter und seiner Tagesverfassung abhängen.

    • Pohl Christian sagt:

      HI Claudia,
      Es mag ein schwacher Trost für sie sein, aber mir geht’s ähnlich. Immer wieder hör ich von WIEN, daß langzeitbipolare sich in Invalidenpension befinden – ich hier in OÖ muß schon halb tot sein, um mal 3 Tage krank geschrieben zu werden. Und das – obwohl ich seit 2007 eh schon nicht mehr vermittelbar bin da ich von Klinikseite auch schon schriftlich bestätigt bekam, daß bei mir im Beruf immer wieder mal mit längeren Ausfallszeiten zu rechnen sein müßte. Wir sollten uns wohl zusammentun und in Wien eine WG gründen. Dort scheint man Kranke noch einigermaßen wenigstens auch wertzuschätzen. Wie sie bin übrigens auch ich studierter IT-ler!
      War ein Scherz – das mit der WG (Galgenhumor sozusagen), alles Gute für Sie für 2020!

  • Oliver sagt:

    Eine sehr gute Freundin hat 2013 im Alter von 32 Jahren durch zu viel Badesalzkonsum eine Psychose bekommen. Seit Kindheit depressionen,ab c.a 13 Bulimie/Anoraxi sowie Angst/Panik Attacken.
    War auch Otto Wagner Spital wegen der Psychose und bis 2018 wöchentlich in Therapie.
    Ende 2018/Anfang 2019 verschlechterte sich alles wieder, nach kurzer Besserung. Arbeiten ging sie so gut wie nie und hat in ihrem erlernten Beruf, Elektro Anlagen Technikerin c.a 1 1/2 Jahre gearbeitet den sie kurz vor der Psychose über das AMS-BAZ gelernt hat. Dieses Jahr war sie mehr im KS als am AMS da jeder Stress zu Panik führt. Hat jeden Tag psychotische schübe bzw falsche Erinnerungen die Panik u Angst in ihr auslösen.Wgkk schickte sie vor paar Monaten zur PVA nachdem der Wgkk-Psychiater sowie behandelter Facharzt ArbeitsUnfähigkeit bescheinigten. Sie ist extrem vergesslich, hat seit 4 Monaten absolut keinen Antrieb mehr, schafft keinen Haushalt mehr, tagelang keine Körperpflege und oft nicht im Stande ihre Medikament zu besorgen oder einzukaufen..was alles ich erledige. Heute hat sie von ihrem Psychiater Überweisung im Spital bekommen und beim Heim kommen lag der Brief v PVA in der Post
    Der Antrag auf Reha-Geld wurde abgelehnt. Wie kann das bitte sein? Was soll sie bitte arbeiten wenn sie Sachen nach 2 Minuten vergessen hat, nicht konzentrieren kann und die schübe von einer Sekunde zur anderen kommen?
    Bei der Begutachtung bei der PVA war ich anwesend. Dem Typ dort haben keine Befunde interessiert die vor 2019 waren. Dabei steht in jedem seit 2017 das sie AU ist.
    Sie ist seit Mai 2019 krank geschrieben, davor immer längerer KS, zwischendurch kurze Zeit AMS und wieder KS.
    So…jetzt hat sie zusätzlich Panik kein Geld mehr zu bekommen. Morgen fährt sie Spital sich einweisen lassen, was ja auch Kohle kostet wenn man nicht Rezeptgebühr befreit ist.
    Ich verstehe diese Entscheidung von der PVA nicht..kenne 30 jährige die seit Jahren in Invaliden Pension sind aufgrund v Drogen und bei Begutachtung rumlügen aber jeden Tag Party machen und sich alles mögliche rein pfeifen und ein Mensch der nicht fähig ist die Wohung ohne Angst zu verlassen oder Termine einzuhalten, ohne 2 Nächte schlaflos zu sein aus Angst vor dem was passieren könnte wird abgewiesen? Die zerstören gerade eine Existenz

    • Mag. Wolfgang Fuchs sagt:

      Sehr geehrter Herr Oliver,
      der von Ihnen geschilderte Fall ist durchwegs schwierig zu beurteilen und bedarf einer intensiven Einarbeitung in den Sachverhalt. Sie können sich gerne unverbindlich bei uns beraten lassen. Termine gibt es unter 07223 82667.
      MFG, WF

    • Pohl Christian sagt:

      Alles Gute ihnen und speziell ihrer Freundin – auf daß das Jahr 2020 für sie positive Veränderungen mit sich bringen mögen! Es ist einfach leider immer wieder nur bechämend, wenn man von solch Fällen hört, die in dem sonst angeblich so sozialen und reichen Österreich im 21.Jahrhundert noch möglich sind. Auf die Hilflosesten „hinzudreschen“ scheint wohl die Lieblingsbeschäftigung dieser Behörden und bezahlte Gutachter zu sein – man könnt‘ auch „praktizierender pschosadismus“ nennen.

      lg Christian

  • andreas fritzelas sagt:

    Meine Frau ist seit 5 Jahren an Burnout und den daraus resultierenden Folgen erkrankt und wurde von ihrem Arbeitgeber vor 2 Jahren gekündigt. Da sie in dieser Zeit einige Monate zu arbeiten versucht hat, aber nur mit 12 Stunden ist das Arbeitslosengeld gering und läuft demnächst aus. Der Antrag auf Pension wurde abgelehnt, der Gutachter war ein Witz. Nun läuft eine Klage. Der psychiatrische SV hat meiner Frau schon vor der Untersuchung gesagt, dass es viel schlimmere Fälle als ihren gibt. Auf drängen des RA wurde eine weitere SV aus dem Gebiet der Arbeitspsychologie bei gezogen, welche Bestätigte, dass meine Frau nicht arbeitsfähig ist. Das GA wurde vom ersten SV in einer Weise beurteilt, welche knapp an der Ehrenbeleidigung lag.
    Bei er Verhandlung ging die SV nicht von ihrer Meinung ab und plötzlich erklärte sie die Richterin „nur“ zur Hilfsgutachterin!!!! Beschwerden über den ersten SV ließ die Richterin nicht gelten. Diese eröffnete die Verhandlung schon mit den Worten : na da sind wir ja gleich fertig! Nach einer Stunde Verhandlung waren die Beteiligten über die Verzögerung grantig. Der SV erhielt von draußen mehrere „Besuche“ mit denen er diskutierte und lachte, sodass ich manchmal der Verhandlung nicht mehr folgen konnte. Der Vertreter der PVA packte seine Jause aus und gab ansonsten abfällige Bemerkungen über meiner Frau ab. Das alles war der Richterin egal….Bei der Überreichung der Kostennote durch die Frau SV meinte der PVA Vertreter, dass diese nicht akzeptiert wird, weil das pauschaliert wäre. Nachdem die SV darauf bestand meinte er, man werde die ganz genau prüfen. Meine Recherche im Internet hat dann erbracht, das missliebige SV von der PVA so lange hinsichtlich der Kosten schikaniert werden, bis sie nicht mehr für das Gericht arbeiten. Damit greift das Gericht faktisch nur auf SV zurück, welche der PVA wohl gesonnen sind und gewinnt fast alle Verfahren. NIEMAND KANN MIR ERKLÄREN; dass das die Richter nicht wissen. Für einen Rechtsstaat eine erschütternde Vorgangsweise, welche mit Gerechtigkeit NICHTS zu tun hat und gegen die man NICHTS tun kann…..

    • Mag. Fuchs sagt:

      Sehr geehrter Herr Andreas Fritzelas! Sie können sich gerne unverbindlich bei uns beraten lassen. Termine gibt es unter 07223 82667. Die Thematik Berufsunfähigkeit ist ein Schwerpunkt des Vereins, wo wir viele Betroffene betreuen und beraten. MFG, WF

  • Albert SCHALLER sagt:

    Die PVA Gutachten sind rechtswidrig und schwer kriminell ….

    Kurz und bündig zusammengefasst und die AK weiß jenes seit Jahren
    und jene machen überhaupt NICHTS dagegen …..

    • Pohl Christian sagt:

      Die AK ist ein „roter Verein“, das „BBRZ ist ein roter Verein“ – deshalb schwärzt man sich auch gegenseitig nicht an! Nur mal für alle die glauben, daß die SOZEN in diesem Lande für Soziales zuständig sind! In Wahrheit haben die ganz andere Prioritäten – wirklich Kranke haben in diesem Lande leider überhaupt keine Lobby mehr.

  • Albert Schaller sagt:

    Sobald es irgend einen frauenfeindlichen Kommentar gibt, schreit die ganze Welt bzw.
    Regierung auf, wenn die PVA bzw. das AMS völlig rechtswidrige Gutachten über Jahre
    durchführt, interessiert jenes keine S… =(

    Was helfen Vereine wie chronisch krank oder die AK,
    wenn jene bei diesen Praktiken nur tatenlos zusehen … =(

  • Pohl Christian sagt:

    Werte Betroffene,

    Mein Name ist Christian – bin 55 und leide seit mittlerweile ca. 20 Jahren an bipolarer Störung – was mir seitdem alles passiert ist, hätt wohl das Zeug dazu, hollywoodreif in einen Film gepackt werden zu können. Werd trotzdem versuchen, mein Anliegen hier möglichst kurz vorzubringen – hoffentlich gelingt’s:

    Nach jahrelanger Odyssee durch sämtliche Neuorlogiepraxen im OÖ-Zentralraum (unter Ausprobierens so ziemlich aller Antidepressive die es damals so am Markt gab) von 1998-2012, ermöglichte es mir ein Pschologe im Jahr 2013, mal für mehrere Wochen einen Aufenthalt in einer psychosomatischen AMEOS-Klinik in bayerischen Simbach. Leider war auch das nichts für mich (auschließlich gab es dort Gruppentherapien, in denen meist eine alte Russin zu weinen begann – weil sie seit Jahren unter massivstem heimwehl litt. Mit Tabletten konnten wir nach Art und Menge selbst an uns experimentieren (mein Selbstversuch damals mit dem mir angeratenen „ABILIFY“ (ich nannte es „IFEELICANFLY“) machte aus mir einen halben ZOBMY) und der mir zugeteilte Arzt war Ungar, der selbst immer zu weinen begann – weil er von Frau und Kinder über viele km so lange getrennt leben mußte). Zum Abschluß dieses 8-wöchigen Aufenthalts in Simbach bekam ich die Diagnose – „Im Prinzip ist Hr… arbeitsfähig, allerdings muß dazwischen immer mal mit größeren Pausen gerechnet werden! Auf die Frage, wieso ich denn nicht gleich als „arbeitsunfähg“ eingeschätzt werden würde sagte man mir mitten ins Gesicht folgendes:

    „Herr … – wir haben gesehen, in welch desolaten Zustand sie an manch Tagen sind (Anm. meinerseits: bin immer wieder eingeschlafen/weggenickt im Sitzen während der Gruppentherapien – an manchen Tagen kam ich erst gar nicht aus dem Bett), deshalb hätten wir sie natürlich auch als „arbeitsunfähig“ entlassen! Leider aber haben sie den Fehler gemacht, und sind nicht im Krankenstand gewesen, als sie den Aufenthalt bei uns hier begonnen haben (Anm. meinerseits: war damals seit 6 Jahren schon arbeitslos, krank geschrieben hat mich dennoch kaum/nie ein Arzt – man sah offensichtlich keinen Grund dazu, da ich eh zu hause nur rumlag und kaum was unternehmen konnte). Da sie also beim Einrücken offiziell „nicht krank“ waren, würde eine Entlassung hier im „kranken Zustand“ ja nichts anderes bedeuten, als daß sie im Rahmen unserer Behandlung hier krank geworden wären. Würden wir das also machen, die OÖGKK würd sofort den Vertrag mit uns kündigen – und kein einziger Patient aus OÖ mehr würde uns zugeteilt! Sie verstehen hoffentlich also, daß wir sie aus diesem Grunde NICHT als „völlig arbeitsunfähig“ entlassen können!“

    Auf die Bitte meinerseits, ob ich diese Aussage auch so in der Form schriftlich bekommen könnte, lächelte man mich nur an und meinte:
    „Seien sie versichert, wir werden ihre „zu erwartenden eingeschränkten Fähigkeit im künftigen Berufsleben“ nicht unerwähnt lassen.“

    Somit war ich also mit 51 Jahre mit „arbeitsfähig – aber es muß immer wieder mit längeren Aufallszeiten gerechnet werden!“ beim AMS gespeichert (war somit also so gut wie nicht vermittelbar) – erhielt von da an 6 Jahre lang von dort Sozialhilfe (nicht wertgesichert – somit wird man natürlich effektiv von Jahr zu Jahr ärmer – genau das ist ja der perfide Plan des Staates), meine Penisonsanspruchshöhe schrumpfte seit 1998 inzwischen nahe an die Mindestsicherungsgrenze (und das obwohl ich als studierter IT-Fachmann im NW-Management bis ca. 37 Jahre äußerst gut verdient hab) – schlitterte in eine Privatinsolvenz und hab die „rosigen Aussichten“, chronisch krank (aber als solcher nicht anerkannt zu werden) am Rand der Armut mein weiteres Leben dahinfristen zu dürfen/müssen.

    Nach einer schweren OP wurde ich vom AMS dieses Jahr ans BBRZ verwiesen, damit diese mal wieder ihren Check auf Arbeitsfähigkeit mittels ihrer „bezahlter Arbeitsmediziner“ machen konnten. Da ich dort mit der Arbeitsmedizinerin verbal etwas „zusammengekracht“ bin (Anm. meinerseits: ich beschwerte mich, weil sie meine Bedenken bzgl. meiner physischen Gesundheit völlig ignolrierte und ihre Untersuchungsmethode nicht mal als „oberflächlich“ angesehen werden konnte) hat man den BBRZ Aufenthalt vorzeitig abgebrochen und dem AMS einen sog. „Interventionsvorschlag“ geschickt – in dem ich zwar als körperlich großteils einsatzfähig eingschätzt werde, allerdings aus psychologischer Sicht noch keine abschließende Bewertung erfolgen konnte. Von AMS Seite hat man es mir jetzt offengelassen, ob ich die Empfehlung des BBRZ’s zu einer psychologischen Untersuchung in Wien (bei BDA-Austria) annehmen soll.

    Im Prinzip geht‘ mir derzeit wieder ziemlich miserabel – ich schaff es oft wochenlang bestenfalls nur, meine notwendigsten hygienischen Selbsterledigungen an mir durchzuführen. Aus dem Haus gekommen bin ich seit mehreren Wochen schon nicht mehr. Krank schreiben tut mich keiner, hab aber auch die meisten Tage nicht mal mehr die Energie – um einen Arzt überhaupt noch aufsuchen zu können. Zudem hat mir mein behandelnder Psychologe bei meiner letzten Kontrolle auch noch mitgeteilt, daß sein Vertrag mit der Gebietskrankenkasse nicht mehr verlängert worden wäre – er deshalb seine Praxis mit Ende dieses Jahres auflösen müßte – und all seinen Patienten gezwungen wären, sich um einen neuen Psychologen umzusehen.

    Zusammengefaßt also nochmals auf den Punkt gebracht:
    Seit ca. 20 Jahren schon bin ich die meiste Zeit über wegen meiner immer schlimmer werdenden bipolaren Störung arbeitsunfähig, jedoch zeigt sich kein Arzt bereit, mich offiziell über länger Zeiträume auch mal krank zu schreiben. (Ausgenommen bei einer schweren OP jetzt meinen Bewegungsapparat betreffend). Beim AMS gelt ich als unvermittelbar – trotz meiner hohen Bildung (abgeschlossenes IT-Studium und diverse Auszeichnungen im Beruf) versucht man mich immer wieder mal beim AMS mit niederen Tätigkeiten am sog. 2 Arbeistmarkt!
    (Tellerwaschen, Müllbeseitigung etc.) einzusetzen. Derzeit scheinen sie eingesehen zu haben, daß ich aufgrund meiner fortschreitenden Verschlechterung des Bipolaren Zustandes auch dort kaum mehr einsetzbar bin.

    Konkret aber jetzt meine Frage und Bitte zugleich – an euch: Falls jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat bzw. falls jemand Erfahrungen hat mit dem „BDA-Ausria“ (im Zusammenhang mit psychologischer Testung dort), wär ich euch höchst dankbar, wenn ihr mir dazu eure Erfahrungsberichte näherbringen könntet. Man hört auch immer wieder mal von Bipolaren – die eine Invaliditätspension erhalten (vom Jahrgang her wär ich alt genug) – auch so jemanden würd ich gerne kennenlernen, da mir ein Weg dahin bis jetzt nie erschlossen- bzw. aufgezeigt wurde.

    Alles Gute ähnlich Betroffenen hier – und an alle die hier mitlesen, einen guten Rutsch und ein (halbwegs) gesundes (wenigstens) 2020!

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