Verteilung des COVID-19-Impfstoffes – wir haben nachgefragt

UPDATE: Wir haben nun von Gesundheitsminister Rudi Anschober die Informationen zum Impfplan für die Hochrisikogruppe und Menschen mit Behinderung erhalten.

Es sollen in Phase 1 neben Menschen in Alten- und Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal auf COVID-Stationen sukzessive auch Menschen über 80, die zuhause leben, sowie Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen zu den Personen mit besonders hohem Risiko gehören (etwa Dialyse-PatientInnen), geimpft werden. Dies betrifft etwa auch Menschen mit einer schwerwiegenden Krebserkrankung, sofern für diese eine Impfung möglich ist, oder Personen mit fortgeschrittenem Bluthochdruck.
Menschen mit Behinderungen, die von der Behindertenhilfe begleitet werden, sowie jene mit persönlicher Assistenz werden ebenfalls in Phase 1 geimpft. Auch Personal, das Menschen direkt unterstützt (z.B. mobile Pflege, Krankenpflege, 24-h-Pflege, persönliche Assistenz von Menschen mit Behinderungen), soll in dieser Phase geimpft werden.
 
Der Impfstoff für diese Personengruppen soll in eigenen Impfstellen (beispielsweise in Krankenanstalten oder in Kooperation mit Gemeinden) bereitgestellt werden, noch bevor Impfstoffe flächendeckend bei Hausärztinnen und Hausärzten verfügbar sein können. In vielen Bundesländern wurden bereits erste Impfstellen installiert. Voraussetzung für die Durchführung dieser Strategie sind eine entsprechende Impfstoffverfügbarkeit und logistische Möglichkeiten.
 
„Weitere Risikogruppen, wie etwa Menschen mit gut eingestelltem Diabetes, stellen eine sehr große Gruppe in der Bevölkerung dar, daher können wir hier erst im Februar genauere Angaben zum Zeitpunkt der Impfung machen, sobald eine entsprechende Menge an Impfdosen gesichert ist“, erklärt Anschober. Diese Personen sollen in erster Linie bei Hausärztinnen und Hausärzten bzw. bei regionalen Impfgestellen geimpft werden und fallen in die Phase 2.
Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von COVID-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine COVID-19-Infektion hatten, nachgereiht werden.
„Niemand wird vergessen, wir bedenken alle Bevölkerungsgruppen in der Umsetzung des Impfplans. Allerdings müssen wir auch um Geduld bitten, da die verfügbaren Impfdosen im Jänner und Februar noch sehr beschränkt sein werden. Die rege Nachfrage danach bei Menschen mit hohen Gesundheitsrisiken zeigt jedoch die große Bedeutung der Impfung für die Bevölkerung“, so Anschober.
 

 

Der Impfstoff gegen COVID-19 ist beinahe täglich in den Medien und die weltweit ersten Zulassungen wurden bereits beantragt. Es herrschen viele Unsicherheiten, gerade auch was die Verteilung des voraussichtlichen Impfstoffes angeht. Aus diesem Grund haben wir für Euch beim Bundeskanzleramt Österreich und beim Gesundheitsministerium nachgefragt!

Das Bundeskanzleramt hat folgende Antwort gegeben: „Mehr als das von Herrn Bundeskanzler dazu gesagte, nämlich, dass selbstverständlich mit Risikogruppen und Krankenhauspersonal begonnen würde, gibt es derzeit noch nicht.“

Aus dem Gesundheitsministerium kommt folgendes Statement: „Momentan wird damit gerechnet, dass anfangs nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen werden, um alle Menschen in Österreich gleichzeitig zu impfen, die sich impfen lassen möchten. Wahrscheinlich werden einzelne Impfstoffe auch nicht für alle Personengruppen zugelassen sein. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es aber, jeder und jedem, die/der sich impfen lassen möchte, einen umfassend geprüften, sicheren, effektiven und zugelassenen COVID-19-Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Dies wurde auch in der Impfstoffbeschaffung entsprechend berücksichtigt. Es ist daher davon auszugehen, dass eine Priorisierung daher nur temporär, bis ausreichend Impfstoffe verfügbar sind, erforderlich sein wird. Bei anfangs limitierter Verfügbarkeit wäre es wünschenswert, dass die ersten Impfstoffe dort eingesetzt werden, wo die größte Krankheitslast besteht und Todesfälle vermieden werden können. Abhängig von den Impfstoffeigenschaften und der epidemiologischen Situation wird eine medizinisch-fachliche Empfehlung notwendig sein, die Grundlage für Priorisierungen sein kann. Diese Empfehlung wird im Nationalen Impfgremium erarbeitet, auch mit der Bioethikkommission besteht diesbezüglich ein Austausch.“

 

Geschrieben am: 26. November 2020
Author: Jakob
Schlagwörter:
Kategorien: Corona-Virus

4 Kommentare zu “Verteilung des COVID-19-Impfstoffes – wir haben nachgefragt

  • Hosner Waltraud sagt:

    Grüß Gott,
    Ich möchte gerne wissen, wer jetzt genau zur Risikogruppe gehört bezüglich des Impfsroffes. Bis dato wird kommuniziert, daß alte Menschen Risikogruppe sei. Ich bin 58, mein Sohn 23, und wir beide sind MSpatienten.Ich lebe alleine und isolier mich so gut es geht, aber ich brauche schon viel Hilfe. Ich habe immer Angst vor einer Ansteckung. Mein Sohn ist Student, vermeidet auch weitgehend soziale Kontakte. Jetzt haben wir Hoffnung bzgl. der bevorstehenden Impfung, um aus der Isolation etwas heraus zu kommen. Aber es ist nicht klar, wer entscheidet, ob man nun Risikogruppe ist, da wir beide nicht hochalterig sind. Es muß doch erklärt weden, wer nun Risikogruppe ist, wo man sich im Fall einer Impfung melden müßte. WIR möchte sobald als möglich impfen.. mfg Waltraud Hosner

  • Alex Krein sagt:

    Hallo,
    wenn man zur Risikogruppe gehört und von der Firma freigestellt wurde , MUSS man sich impfen lassen? ich habe wgen dem Impfstoff bedenken ,bezücglich der langzeitschäden ,die noch nicht vorhersehbar sind .

    mfg Krein T.

    • Alois Kargl sagt:

      Man MUSS sich nicht Impfen lassen auch wenn man zur Risikogruppe gehört und Freigestellt ist wie sie Hr. Krein sagten wenn bedenken bezüglich der Langzeitschäden bestehen es sei den sie sind Entmündigt und jemand anderer entscheidet über sie.

  • N.B. sagt:

    Ja, das würde mich auch interessieren! Gehöre zur Risikogruppe, habe einen schulpflichtigen Teenager, ein Sohn kommt zum Bundesheer und ist am Wochenende dann natürlich auch daheim, mein Mann und ich stehen auch im Arbeitsleben. Mich würde interessieren, ob ich mich irgendwo für die Impfung vormerken lassen kann bzw. wann ich mit einer möglichen Impfung rechnen kann.

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